Kunstraum Kreuzlingen

 

94. Ausstellung

 

 

Kunstraum & Tiefparterre

 
 

 

Ausstellungen
6. November bis 18. Dezember 2011



Kunstraum

Adolf Dietrich Förderpreis 2011:
Ray Hegelbach



Preisverleihung und Vernissage:
Samstag, 5. November 2011, 17:00 Uhr
Laudatio: Ursula Badrutt Schoch


Künstlergespräch:
Sonntag, 20. November 2011, 11:00 Uhr mit Lynn Kost, Direktor Fumetto Festival, Luzern

>> www.fumetto.ch

Die Thurgauische Kunstgesellschaft vergibt alle zwei Jahre den mit CHF 15´000 dotierten Adolf-Dietrich-Förderpreis. Damit verbunden ist eine Ausstellung in dem von der Kunstgesellschaft geführten Kunstraum  Kreuzlingen.
Nach einer öffentlichen Ausschreibung hat die Jury  Ray Hegelbach zum Preisträger ernannt. Aus dem Jurybericht: „Dessen Arbeit besticht durch unbändige kreative Schöpfungskraft, die verschiedenste bildnerische Mittel fulminant verwebt. Dabei zitiert er in zum Teil surrealer Kombination Bildthemen aus der arrivierten Kunst und der Comic-Kultur. So entsteht ein erfrischend vitaler Bilderkosmos.“

Eva Grundl, M.A., hat nach dem Besuch im Atelier des Künstlers folgenden Text verfasst:
„Sie gehören jeder, jedem von uns und uns allen zugleich: Bilder sind Grundvoraussetzungen, Bindeglieder, die Gesellschaften zusammenhalten, deren Kultur Identität und Sinn stiften und prägen. Diesen Bodensatz mit künstlerischen Mitteln – seien es Skulpturen, Zeichnungen oder Malerei - ans Tageslicht zu bringen ist die Aufgabe, der sich Ray Hegelbach verschrieben hat.
Der Preisträger des Adolf-Dietrich-Förderpreises 2011 beackert das Feld der abstrakten Formensprache der Welt der Statistik, er sondiert das Terrain heroischer Bilder beziehungsweise von Portraitbildern mit seiner ganz eigenen Ikonographie. Die sich aufwerfenden Fragen zielen auf die elementaren Bedingungen menschlicher Kommunikation, indem sie das Funktionieren von deren gemeinsamem Zeichenvorrat ins Visier nehmen.
Was sagt uns ein Balkendiagramm in einer der inflationär zur Erklärung der Welt verwendeten Statistik wirklich? Was hat es mit den über die schicken Diagramme und bunten Kuchen hinausgehenden Zeichenaussagen auf sich?
Im thurgauischen Busswil aufgewachsen, hat Hegelbach seinen Zugang zur Welt von Kindesbeinen an ausschließlich über Bilder. Deren dargestellte bedeutende Persönlichkeiten, historische Situationen usw. extrahiert er, zeigt uns seine Zitate, Rudimente der Ursprungsbilder und zwar in je neuem Zusammenhang.
Ray Hegelbach ordnet diese Dinge anders ein und um, entwickelt eigene Strukturen – er fügt der Welt Neues hinzu. Dies geht mit Zumutungen, Verunsicherungen einher, die er sich wie uns abverlangt.“ 

Zur Preisverleihung erscheint als Teil seines Ausstellungsprojektes ein vom Künstler entworfenes Buch in  limitierter Auflage.

>> www.rayhegelbach.ch

Tiefparterre im Kunstraum
Verlängerung bis 18. Dezember 2011!



Peter Aerschmann
Das Leben selbst


Peter Aerschmann, in Fribourg geboren und heute in Bern wohnend, betrachtet seine Videoinstallationen als eine Art Werkzeug, um Bilder und Prozesse der Gegenwart zu analysieren. „Ich simuliere am Bildschirm das alltägliche Leben und untersuche damit das komplexe ‚System Welt’“, so Aerschmann, im Jahr 2011 von einem Stipendienaufenthalt in Südafrika zurück gekehrt. Die neuesten Videoarbeiten des mehrfach ausgezeichneten und international renommierten Künstlers reflektieren Eindrücke auch dieser Reise.

Es ist nichts mehr, aber auch nichts weniger als das alltägliche Leben selbst, welches Anschauungs- wie Bildmaterial liefert für sein beständig anwachsendes Archiv an Bildern. Dieser Baukasten ist die Substanz für die virtuelle Bühne, auf welcher Aerschmann neue Bildwelten konstruiert. Ein hochkomplexer Prozess, dem eine große Bandbreite an Aktionen eignet: Die aus ihrem realen Kontext heraus gelösten Figuren und Objekte werden in den virtuellen Raum gestellt – dies, indem sie gesammelt, zerlegt, freigestellt, kategorisiert und abgespeichert werden.

Beim Aufzeigen spezifischer Aspekte des ‚Systems Welt’ mittels seiner sichtbar technisch konstruierten Collagen geht es Peter Aerschmann darum, sein reales Lebensumfeld abzubilden. Freilich sind dabei in seinen Arbeiten die Beschränkungen von Raum und Zeit aufgehoben und haben seine Videos weder eine Erzählstruktur noch einen klar definierten Anfang oder ein Ende. Vielmehr dreht es sich im unendlich laufende Systeme, die immer neue Kompositionen kreieren, um auch nach Tagen und Wochen nicht das exakt gleiche Bild zu zeigen.

Text: Eva Grundl, M.A.

>> www.aerschmann.ch


 
 
 

Kunstraum Kreuzlingen & Tiefparterre

Adresse
Kreuzlingen, Bodanstrasse 7a

Kurator
Richard Tisserand, Kurator, t: ++41 (0)52 741 30 28

Öffnungszeiten
Freitag 15:00 – 20:00 Uhr, Samstag und Sonntag 13:00 – 17:00 Uhr

Führungen für Schulen
Infos:
Richard Tisserand, Kurator, t: ++41 (0)52 741 30 28
Führungen sind kostenlos!


Wir sind Mitglied von
//OFFOFF - Unabhängige Kunsträume Schweiz
www.offoff.ch

 

Der Kunstraum Kreuzlingen wird unterstützt durch:
Kanton Thurgau
Stadt Kreuzlingen
Dr. Heinrich Mezger-Stiftung
Thurgauische Kulturstiftung Ottoberg
Credit Suisse, Kreuzlingen